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Der Neue Leuchtturm.

Hier erfahren Sie so allerhand über das höchste Bauwerk auf Wangerooge, das leider nicht zu besichtigen ist.

Zur Geschichte des Neuen Leuchtturms »Wangerooge«.

Für den Ausbau des Jadefahrwassers auf 13 Meter unter Seekartennull wurde es notwendig, einen neuen Leuchtturm anstelle des alten Leuchtturms von 1856 zu errichten, und zwar an einem Standort, von dem aus ein Leitsektor etwa in nordnordwestlicher Richtung zur Bezeichnung eines von den Ausläufern der Wangerooger Plate frei führenden Fahrwassers gezeigt werden konnte.

Also wurde deshalb im Herbst 1966 im Westen der Insel mit dem Neubau eines Turmes begonnen, der im September 1967 im Rohbau fertiggestellt war, so daß das Richtfest gefeiert werden konnte.

Der weitere Ausbau nahm bei dieser für die damalige Zeit technisch sehr hochentwickelten Anlage, vor allem auf elektrischem bzw. elektronischen Gebiet, die Zeit bis Sommer 1969 in Anspruch.

Am 7. November 1969 wurden die Feuer des neuen Leuchtturms »Wangerooge« gezündet, das Nebenfeuer wurde allerdings erst im Dezember 1969 in Betrieb genommen, da es sich vorher noch im Alten Leuchtturm befand.

Alle wichtigen Daten und Fakten.

Das Seefeuer.

  • Drehfeuer in einer Rundumlaterne auf dem Turmkopf, bestehend aus zwei gleichen übereinander angeordneten dreifeldrigen Drehoptiken mit je einer Lampe.
  • Höhe: rd. 60,00 m über MThw
  • Lampe: Xenon XBO 1600 W/2
  • Optik: 3 unter 120° zueinander angeordnete Scheinwerfer von 0,65 m Ø aus ringförmigen Linsen
  • Kennung: Blitz rot, 0,1 Sek. Blitz, 4,9 Sek. Pause, Lichtstärke: 2 850 000 cd
  • Sichtweite: 21 sm
  • Nenntragweite: 23 sm (die Entfernung, bis zu der man noch einen Schein wahrnimmt)

Hier einige Bilder des Seefeuers bzw. der Seefeueroptik.

Im Gegensatz zum Nebenfeuer ist das Leitfeuer, das wir hier rot-weiß-grün leuchten sehen, um einiges wichtiger für die Schiffahrt. Es weist den von den Großschiffahrtswegen kommenden Schiffen den Weg.
Foto: © Erik Kohl, November 2003.

Leitfeuer bei Nacht vom Turmfuß aus gesehen.

Das Leitfeuer.

  • Festes Feuer im auskragenden Betriebsgeschoß.
  • Sektor Grün: 142,5° bis 148° (Steuerbord-Warnsektor)
  • Sektor Weiß: 148° bis 152° (Leitsektor)
  • Sektor Rot: 152° bis 157,5° (Backbord-Warnsektor)
  • Lampe: Xenon XBO 1600 W/2, gedoppelt, mit Lampenwechselvorrichtung
  • Optik: Gürteloptik (alt), Höhe: 142 cm, 9 D-, je 8 K-Ringe oben und unten, Lichtstärke (für weiß): 253 000 cd
  • Kennung: Fest, weiß, rot, grün
  • Sichtweite: 15 sm
  • Nenntragweite: 22 sm (weißes Licht), 17 sm (rotes Licht), 18 sm (grünes Licht)

Das Nebenfeuer.

  • Festes Feuer im auskragenden Betriebsgeschoß.
  • Lampe: 250 Watt, die eine Lichtstärke von 14 200 cd liefert
  • Optik: wie beim Leitfeuer
  • Kennung: Fest, weiß, rot
  • Sichtweite: 15 sm
  • Nenntragweite: 15 sm (weißes Licht), 11 sm (rotes Licht)

Hier ein Bild der Nebenfeueroptik (Bild 2), der »Aussicht« des Nebenfeuers (erstes Foto) und des Leitfeuers mit den farbigen Sektoren (Bild 3) (klicken Sie auf eines der Bilder, um zum jeweiligen Galeriebild zu gelangen).

Der Turm.

Zunächst die genaue Lage: 53°47,405' N, 7°51,431' O, also im Westen der Insel Wangerooge.

Der Leuchtturm hat eine Höhe von insgesamt 64 Metern über dem mittleren Tidehochwasser (MThw), wovon 6 Meter Sockel unter einer Erdanschüttung liegen. Der Durchmesser des Turmschaftes beträgt am Fuß 6,80 Meter, unterhalb des konischen Turmkopfes 4,30 Meter (siehe Schnittzeichnung rechts), 284 Stufen führen zur Turmspitze.

Sein achteckiger Gründungssockel steht auf 24 Pfählen mit 50 cm Durchmesser und 13 Metern Länge. Der Turm selbst wurde aus Stahlbeton in Kletterschalung hergestellt.

Verkleidet war der Leuchtturm als Tagessichtzeichen anfangs mit roten und weißen Fliesen, um die sonst notwendigen Anstricherneuerungen zu vermeiden. Leider hielten diese nicht ganz so gut wie anfangs gedacht, also verkleidete man den Turm 1982 nachträglich mit einer hinterlüfteten roten bzw. weißen Aluminiumvorhangfassade.

Im gleichen Jahr wurde der UKW-Funkpeiler nachgerüstet, einige Jahre vorher, genau gesagt im Jahre 1979, erhielt der Turm eine Radarstation.

Wir stehen momentan innen, am Fuße des Turms und schauen gerade nach oben. 284 Stufen führen von hier unten in die Spitze; an der Kette kann man mit einer Winde Dinge emporziehen.
Foto: © Erik Kohl, Februar 2003.

Im Inneren des Turms, von unten nach oben geschaut.

Die Seefeuerlaterne sowie die Fassungen der Verglasung des Leitfeuergeschosses sind aus einzelnen Aluminiumguß-Segmenten zusammengesetzt. Die Bereiche von Leit- und Nebenfeuer haben, um Rauhreifbildung zu vermeiden, eine Verglasung mit beheizbaren Scheiben erhalten.

Die Stromversorgung des Turms erfolgt aus dem öffentlichen Netz der Insel. Um bei Stromausfällen die Feuer weiter zeigen zu können, ist in einem Kellerraum ein Diesel-Notstromaggregat aufgestellt.

An Funktechnik verfügt der Neue Leuchtturm über eine Landradar- und eine Peileranlage.

Die gesamte Anlage arbeitet ohne Leuchtfeuerwärter. Über eine UKW-Richtfunkstrecke werden die Feuer von der Seezeichenzentrale des Wasser- und Schiffahrtsamtes Wilhelmshaven in Schillig, an die auch die anderen Feuer der Jade angeschlossen sind, ferngesteuert und überwacht. Der Einsatz von Personal beschränkt sich also auf die eine Zentrale und die Betreuung durch einen Reparatur- und Wartungsdienst von Wilhelmshaven aus.


Einige Aussichten, aufgenommen im Februar und April 2003 aus der Turmspitze (zum Vergrößern anklicken).



Hier noch einige interessante Bilder aus dem Inneren des Turms (zum Vergrößern anklicken).

Im Hintergrund sehen wir die Lichter des Westdorfes und im Mittelgrund ragt der Neue Leuchtturm in den Nachthimmel.
Foto: © Stephan Bartling, www.pehaa.de, August 2003.
Das Seefeuer des Leuchtturms »Wangerooge« erhellt diese diesige Novembernacht.
Foto: © Erik Kohl, November 2003.
Hier erkennen wir schemenhaft das Mittelgeschoß des Neuen Leuchtturms mit dem Leit- (links) und dem Nebenfeuer (rechts).
Foto: © Erik Kohl, November 2003.
Das Nebenfeuer mit den zwei weißen und dem mittleren Roten Sektor erhellt den Westen der Insel. Das Feuer warnt übrigens die Skipper vor der Buhne H, die sehr, sehr weit in die Harle hinausreicht.
Foto: © Erik Kohl, November 2003.

Der Morgen dämmert langsam und souverän weist der Neue Leuchtturm den Schiffen den Weg.
Foto: © Stephan Bartling, www.pehaa.de, August 2003.
Gegenüber des Nebenfeuers ist das Leitfeuer, das wir hier rot-weiß-grün leuchten sehen, um einiges wichtiger für die Schiffahrt. Es weist den von den Großschiffahrtswegen kommenden Schiffen den Weg.
Foto: © Erik Kohl, November 2003.
Die Sterne leuchten noch, ebenso der Neue Leuchtturm.
Foto: © Stephan Bartling, www.pehaa.de, August 2003.
Eine Langzeitbelichtung ermöglichte dieses Foto, das den Schein des Wangerooger Leuchtturms vom Spiekerooger Strand aus zeigt. Es entstand um genau 21:12 Uhr.
Foto: © Torsten Kärsch, torsten.kaersch(bei)web.de, 23. November 2004.

Der Neue Leuchtturm bei Nacht (zum Vergrößern anklicken).

Das Kunstwerk.

Eine von Küstlerhand geschaffene Bildwand in Keramik-Einbrenntechnik am Fuße des Neuen Leuchtturms (Bild rechts) stellt Lage und Wirken des Neuen Leuchtturms im Zusammenspiel mit den übrigen wichtigen Feuern der Deutschen Bucht zur Bezeichnung der Schiffswege dar.

Auf der Seekarte.

Angezeigt wird das rote Rundumfeuer des Neuen Leuchtturms auf der Seekarte (rechts) durch einen roten Kreis. Die einzelnen Sektoren der Leit- und Nebenfeuer sind mit ihren jeweiligen Farben ebenfalls erfaßt.

Hier sehen Sie einen Ausschnitt aus der Seekarte (21) 2 (INT 1456) vom Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie Hamburg, Rostock aus dem Jahre 1997.

Die Bezeichnungen auf der Karte bedeuten im Übrigen Folgendes (um sie erkennen zu können, müssen Sie die Großansicht mit einem Klick auf das Bild rechts öffnen):

  • Fl.R. 5s 60m 23M — Blitzlicht (Flashing), Farbe Rot, Wiederkehr alle 5 Sekunden, 60 Meter über NN, 23 Seemeilen Tragweite.
  • Dir 24m 22-17M — Leitfeuer (Direction light), 24 Meter über NN, 22 bis 17 Seemeilen Tragweite (vom am weitesten bis zum am wenigsten weit sichtbaren Sektor).
  • F.WRG. 24m 15-10M — Festfeuer (Fixed) [hier das Nebenfeuer], Farben Weiß, Rot und Grün, 24 Meter über NN, 15 bis 10 Seemeilen Tragweite.
  • RC (in roter Farbe direkt am Turm) — Kreisfunkfeuer (Circular radiobeacon)

Bildersuche.

In meinen Galerien sind noch jede Menge weiterer Fotos eingestellt. Klicken Sie einfach auf einen der beiden Links, um nach historischen bzw. aktuellen Fotos vom Neuen Leuchtturm zu suchen.

Quellenangaben:

  • Unbek. Autor: Festschrift zur Einweihung des neuen Leuchtturmes Wangerooge und der Einrichtung der neuen Schiffahrtswege im Verkehrstrennungsgebiet »Deutsche Bucht«, 1969.
  • Am Neuen Leuchtturm aufgestellte Informationstafel des Wasser- und Schiffahrtsamtes Wilhelmshaven.
  • Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie: Zeichen und Abkürzungen auf Karte 1 (INT 1), 1996.
  • Bilder: © Erik Kohl, außer drei der Nachtaufnahmen (© Stephan Bartling, www.pehaa.de), der Aufnahme von Spiekeroog aus (© Torsten Kärsch), dem obersten (entnommen der Festschrift zur Einweihung…); Seekarte: (Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie: Ausschnitt aus (21) 2 (INT 1456), 1997); Schnittzeichnung: F. Runge: Kleiner Wangeroog-Führer, 1972.
  • Veröffentlichung der Aufnahmen aus dem Turminneren mit freundlicher Genehmigung von Herrn Gäbe, Wasser- und Schiffahrtsamt Wilhelmshaven.